Erneute Pokalniederlage der Galaktischen
Nach ihrem überzeugenden kampflosen Halbfinal-Sieg stand für die Galaktischen das Pokalfinale dahoam an. Die Terminfindung zog sich ein paar Wochen und am Ende wurde aus dem Finale dahoam das Finale bei den annern dahoam. Aber wie sollte man anders sein Selbstvertrauen ausdrücken, als dass man wochenlang wartet, bis die Gegner Ihre stärkste Mannschaft aufbieten können?!
Bei der Begrüßung stellte sich heraus, dass das Finale DWZ-mäßig sehr ausgeglichen werden würde. Elmar und Patrick treffen sich wieder an Brett 2, der Rest grob nach DWZ aufgestellt.
Der Anfang ist mittelprächtig: Während Frank und ich bedenkzeitfreundliche 11 Züge Theorie zwischen zwei Schlucken Spezi rekapitulieren, sieht Thomas das Pipi kommen und manövriert sich in die Sch..., an deren unappetitlichem Grund sich eine seiner Leichtfiguren unter Entwicklung eines widerlichen Endspielgestanks zersetzt... Jürgen hingegen spielt solide mit Schwarz den Stiefel runter, kein Vergleich zu seiner wilden Vorjahrespartie. Am Ende wohl eine ganz klar vom WM-Kampf Anand-Gelfand inspirierte Partie: Auch hier kam es ja auch eher zufällig zu spannenden Momenten. Aber hier gilt die alte Regel: Wenn keiner verliert, kann man auch den Mannschaftskampf nicht verlieren. Außerdem soll man den Tag nicht vor dem Abend loben und ein Indianer kennt keinen Schmerz...
Kommen wir auf Elmars Partie zu sprechen, der mit Weiß früh in eine bequeme Stellung fand und den Druck erhöhte, bis ein Opfer zu durchschlagendem Angriff verhalf. Und hier ging die Info an den schönen Christoph: "Du, remis reicht!"
Und beim schönen Christoph? Der schöne Christoph konnte die Umgehung am Damenflügel neutralisieren und nach einer Nachlässigkeit von Frank selbst zum Gegenangriff übergehen. Und nun folgten Hiebe auf Schläge, Königsflügel, Damenflügel, Zentrum, überall drosch ich auf Franks Stellung ein, die sich zusehends auflöste. Das aber kostete Zeit und mit der Zeitnot kamen die ungenauen Züge... Als Elmars Gegner jedoch nicht nur mattgesetzt, sondern auch ein paar Kindheitserinnerungen ausgetauscht waren (lasst Euch ruhig Zeit, ich muss es auch nicht so dringend wissen, wie es steht), kam die Info auch zu mir: "Du, remis reicht!" Mit meinen 1:43 Minuten in mittlerweile nur noch leicht besserer Stellung tat ich also das einzig Logische: Ich verrechnete mich in Sekundenschnelle und gab beim Generalabtausch meine Dame gegen einen Turm, um dann meiner umgehenden Demontage noch ein paar Züge lang zuzusehen.
1,5:2,5... wieder verzockt, das war ein wenig bitter, aber irgendwie kam diesmal nicht dieses herrliche Gefühl von Fatalismus auf; vielleicht wird es wirklich mal Zeit, den Pokal zu gewinnen. Oder es war der für uns so unspektakuläre Turnierverlauf (klarer Sieg gegen eine 400 DWZ-Punkte schwächere Truppe und ein kampfloser Sieg), der einen Pokalsieg irgendwie entwertet hätte. So oder so genossen wir noch Freibier, die ausführliche Analyse von Elmars Partie und den netten Abend, bevor wir uns tief in der Nacht wieder auf den Heimweg machten.
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